Das Wichtigste in Kürze – Stell das Futter über etwa 7 Tage um, bei empfindlichen Hunden über 10 bis 14 Tage. – Leicht weicher Kot und etwas mehr Blähungen in den ersten Tagen sind normal. – Wechselst du von Trocken- auf Nassfutter, rechnest du mit Prozent der Tagesmenge, nicht mit Gramm. Nassfutter enthält viel Wasser: 50 g Nassfutter ersetzen keine 50 g Trockenfutter. – Wässriger Durchfall, Blut im Kot, Erbrechen oder ein matter Hund gehören zum Tierarzt.
Du hast dich entschieden: Dein Hund bekommt ein neues Futter, die Futterumstellung steht an. Und dann kommt die Frage, die fast jeden Halter umtreibt: Was, wenn sein Bauch das nicht mitmacht?
Weicher Kot, Blähungen, im ungünstigen Fall Durchfall. Viele erleben das bei der Futterumstellung und schließen daraus: „Das neue Futter verträgt er nicht.“ Oft stimmt das gar nicht. Der häufigste Grund für Probleme ist das Tempo des Wechsels, nicht das neue Futter.
In diesem Artikel zeige ich dir, was beim Futterwechsel im Darm passiert, wie ein bewährter 7-Tage-Plan aussieht und was bei Nebenwirkungen normal ist. Und wann du lieber zum Tierarzt gehst.
Warum der Hundedarm bei einer schnellen Futterumstellung streikt
Um zu verstehen, warum ein Futterwechsel Durchfall auslösen kann, lohnt ein Blick in den Darm deines Hundes.
Die Darmflora muss sich neu einstellen
Im Darm deines Hundes leben Billionen Bakterien. Sie helfen bei der Verdauung und sind auf das eingestellt, was täglich im Napf landet. Ändert sich das Futter abrupt, ändert sich auch die Darmflora.
Wie schnell das geht, zeigt eine Studie der University of Illinois an zwölf Beagles (Lin et al., 2022). Nach einem abrupten Futterwechsel wurde der Kot schnell weicher. Schon zwei Tage nach dem Wechsel unterschied sich die Darmflora deutlich. Nach etwa zwei Wochen war alles wieder stabil. Fairerweise dazu: Die Studie entstand in Zusammenarbeit mit einem Frischfutter-Hersteller (NomNomNow).
Auch die Verdauung braucht Zeit
Neues Futter bringt oft eine andere Zusammensetzung mit: mehr oder weniger Fett, Eiweiß, Ballaststoffe. Der Verdauungstrakt muss sich darauf einstellen. Kommt alles auf einmal, landet ein Teil unverdaut im Dickdarm. Dort vergären Bakterien die Reste. Das Ergebnis kennst du: Blähungen und weicher Kot.
Wichtig für dich: Das sagt zunächst nichts über die Qualität des neuen Futters. Ein abrupter Wechsel kann auch bei einem sehr guten Futter Probleme machen. Deshalb empfehlen Tierernährungsexperten der Tufts University eine Umstellung über mindestens eine Woche. Manche Hunde brauchen länger.
Hat dein Hund schon länger Verdauungsprobleme, steckt vielleicht mehr dahinter. Welche Rolle das Futter bei chronischen Beschwerden spielen kann und was davon belegt ist, erkläre ich in meinem Ratgeber Krank gefüttert?.
Der 7-Tage-Plan für die Futterumstellung
Für die meisten Hunde hat sich ein einfaches Schema bewährt. Auch die American Animal Hospital Association (AAHA) empfiehlt für Hunde sieben Tage und einen Start mit 25 % neuem Futter.
| Zeitraum | Altes Futter | Neues Futter |
| Tag 1 und 2 | 75 % | 25 % |
| Tag 3 und 4 | 50 % | 50 % |
| Tag 5 und 6 | 25 % | 75 % |
| ab Tag 7 | 0 % | 100 % |
Die Prozente beziehen sich auf die Tagesration. 25 % neues Futter heißt also: ein Viertel der Tagesmenge, die auf der neuen Packung für deinen Hund empfohlen wird. Dazu kommen drei Viertel der Tagesmenge vom alten Futter.
So klappt die Woche:
- Wiege ab statt nach Augenmaß. Gerade in den ersten Tagen macht ein zu großer neuer Anteil oft den Unterschied.
- Schau dir den Kot täglich an. Wird er deutlich weicher, bleib ein bis zwei Tage länger auf der letzten Stufe, die gut lief. So rät es auch die Tufts University.
- Halte die Fütterungszeiten konstant. Ein fester Rhythmus erleichtert die Anpassung.
- Lass in dieser Woche alles Neue weg. Keine neuen Leckerlis, keine Kauartikel, keine Tischreste. Sonst weißt du am Ende nicht, was den Bauch durcheinanderbringt.
Für sensible Hunde: Den Plan einfach strecken
Hat dein Hund einen empfindlichen Magen oder schon schlechte Erfahrungen mit Futterwechseln gemacht? Dann ist es kein Rückschritt, langsamer vorzugehen.
- Jede Stufe drei bis vier Tage füttern. So dauert die Umstellung 10 bis 14 Tage.
- Mit kleineren Schritten starten. Die Tufts University beginnt in ihrem Beispielplan mit nur 10 % neuem Futter.
- Die Tagesration auf drei bis vier kleine Mahlzeiten verteilen. Kleine Portionen sind für einen empfindlichen Magen oft leichter.
- Nassfutter leicht anwärmen, auf Zimmer- oder Körpertemperatur, nie heiß. Viele Hunde nehmen es so besser an als direkt aus dem Kühlschrank.
Eine Ausnahme: Hat dein Tierarzt eine Ausschlussdiät oder eine Schonkost verordnet, gilt sein Plan. Bei einer Ausschlussdiät bekommt dein Hund über mindestens acht Wochen nur eine Eiweißquelle. Wie das genau abläuft, erkläre ich in Dauerndes Kratzen und rote Ohren.
Von Trockenfutter auf Nassfutter umstellen: Darauf kommt es an

Du kannst Trocken- und Nassfutter während der Umstellung ganz normal im selben Napf mischen. Es gibt keinen Beleg dafür, dass das dem Magen schadet. Du musst aber auf einen Punkt achten: die Menge.
Nassfutter besteht zu rund drei Vierteln aus Wasser, Trockenfutter nur zu etwa einem Zehntel. 100 Gramm Nassfutter liefern deshalb deutlich weniger Energie als 100 Gramm Trockenfutter. Wer einfach Gramm gegen Gramm tauscht, füttert schnell zu wenig.
So machst du es richtig:
- Schau auf beiden Packungen nach der empfohlenen Tagesmenge für das Gewicht deines Hundes.
- Rechne für jede Stufe den Anteil von der jeweiligen Tagesmenge aus.
- Beispiel für Tag 1: 75 % der Trockenfutter-Tagesmenge plus 25 % der Nassfutter-Tagesmenge.
Ein Rechenbeispiel in Gramm: Laut Packung braucht dein Hund 200 g Trockenfutter oder 800 g Nassfutter am Tag. An Tag 1 bekommt er dann:
- 150 g Trockenfutter (75 % von 200 g)
- 200 g Nassfutter (25 % von 800 g)
Gibst du stattdessen nur 50 g Nassfutter dazu, fehlt fast ein Fünftel der Tagesenergie. Die Zahlen sind ein Beispiel. Maßgeblich sind die Angaben auf deinen Packungen.
Ein Hinweis zum Trinken: Mit Nassfutter nimmt dein Hund mehr Wasser über das Futter auf und trinkt deshalb meist weniger. Das ist normal. Mehr zum Vergleich der beiden Futterarten liest du in Nassfutter vs. Trockenfutter.
Nebenwirkungen der Futterumstellung: Was ist normal?
Viele Halter erschrecken bei den ersten Veränderungen. Hier ein Überblick, was in den ersten Tagen dazugehört und was nicht.
Weicher Kot und Blähungen
Leicht weicherer Kot und etwas mehr Blähungen sind in den ersten Tagen häufig. In der Illinois-Studie wurde der Kot nach dem Wechsel schnell weicher und stabilisierte sich dann wieder. Bleib in diesem Fall einfach etwas länger auf der aktuellen Stufe. Was sonst noch hinter Blähungen stecken kann, liest du in meinem Artikel über Blähungen und weichen Kot.
Schleimiger Kot
Ein bisschen Schleim auf dem Kot kann vorkommen, wenn der Dickdarm gereizt ist. Bleibt er über mehrere Tage, kommt Blut dazu oder setzt dein Hund oft kleine Mengen ab, deutet das auf eine Dickdarmentzündung hin. Laut MSD Veterinary Manual sind Schleim, frisches Blut und häufiger Kotdrang typisch dafür. Dann gehört dein Hund zum Tierarzt.
Mehr oder weniger Kot
Die Kotmenge kann sich mit dem neuen Futter ändern. Das hängt vor allem von Verdaulichkeit und Ballaststoffen ab. Mehr dazu, was die Kotmenge verrät und was normal ist, findest du in Häufiger Kotabsatz.
Juckreiz nach der Futterumstellung
Juckt sich dein Hund nach dem Wechsel plötzlich mehr, ist das selten eine direkte Folge der Umstellung. Häufigere Auslöser für Juckreiz sind Flöhe, Hausstaubmilben und Pollen (Laboklin). Eine Futtermittelallergie ist möglich, lässt sich aber nur mit einer sauberen Ausschlussdiät feststellen. Bei neuem oder starkem Juckreiz frag deinen Tierarzt.
Wann du zum Tierarzt solltest
Brich die Umstellung ab und lass deinen Hund untersuchen, wenn:
- der Durchfall wässrig ist oder länger als zwei bis drei Tage anhält
- Blut im Kot ist
- dein Hund wiederholt erbricht
- er matt wirkt, Schmerzen zeigt oder nicht mehr frisst
- es sich um einen Welpen, einen sehr alten oder einen vorerkrankten Hund handelt
- der Kot auch zwei Wochen nach der vollständigen Umstellung noch weich ist – dann gehört eine Kotprobe auf Würmer und Giardien dazu
Die Tufts University nennt anhaltendes Erbrechen, flüssigen Durchfall sowie Schmerzen oder Mattigkeit ausdrücklich als Grund für den Tierarztbesuch.
Wie lange dauert es, bis der Hund das neue Futter verträgt?
Die eigentliche Umstellung dauert sieben Tage, bei sensiblen Hunden bis zu zwei Wochen. Die Darmflora braucht aber oft etwas länger, bis sie sich ganz eingependelt hat. In der Illinois-Studie war das nach etwa zwei Wochen der Fall.
Mein Rat: Beurteile das neue Futter frühestens zwei Wochen nach der vollständigen Umstellung. Auch das MSD Veterinary Manual empfiehlt, einem Futterversuch bei Darmbeschwerden mindestens zwei Wochen Zeit zu geben. Wer nach drei Tagen schon wieder wechselt, fängt jedes Mal von vorn an.
Wie ein gutes Futter grundsätzlich aufgebaut sein sollte, damit sich der Wechsel auch lohnt, erkläre ich in meinem großen Leitfaden Das Fundament gesunder Hundeernährung.
Fazit: Durchfall bei der Futterumstellung heißt nicht automatisch, dass das neue Futter schlecht ist. Meistens war der Wechsel einfach zu schnell. Ein Plan über sieben Tage, bei sensiblen Hunden über zwei Wochen, gibt Darmflora und Verdauung die Zeit, die sie brauchen. Und gerade in dieser Phase hilft es enorm, wenn du jede Zutat im neuen Napf kennst. Genau deshalb schaue ich bei PETinjo® zuerst auf das Etikett.
Das PETinjo-Prinzip: Du weißt, worauf sich der Darm einstellt
Bei einer Umstellung verändert sich vieles auf einmal. Umso wichtiger ist es, dass du weißt, was im neuen Futter steckt. PETinjo® setzt dafür auf eine offene Deklaration: Jede Zutat steht einzeln auf dem Etikett, mit Prozentzahl, statt hinter Sammelbegriffen wie „tierische Nebenerzeugnisse“.
Am Beispiel des Gourmet-Menüs Rind: 78,4 % Rind, aufgeschlüsselt in 33,5 % Muskelfleisch, 20 % Herz, 6,5 % Lunge, 6,5 % Niere und weitere einzeln benannte Teile bis zu Blut und Brustbein. Dazu 7,5 % Zucchini, 5 % Banane und 1,6 % Eierschale. Ohne Getreide als Füllstoff (aus dem Weizen stammt nur das Weizenkeimöl) und ohne zugesetzten Zucker. Auch die Vitaminmischung ist offen deklariert.
Das Rind-Menü ist ein Alleinfuttermittel für erwachsene Hunde und wurde gemeinsam mit Fachtierärzten entwickelt. Für einen Welpen, vor allem einer großen Rasse, lass die Ration vor jeder Ergänzung von einer Tierärztin mit Ernährungsschwerpunkt durchrechnen.
Für die Umstellungswoche heißt das: Wenn der Bauch doch einmal rumort, kannst du auf dem Etikett nachsehen, was neu ist. Und du kannst Futter und Leckerlis gezielt so wählen, dass nicht zu viele neue Zutaten gleichzeitig dazukommen.
Starte jetzt die entspannte Futterumstellung
Mit einem klaren Plan, etwas Geduld und einem Futter, dessen Zutaten du kennst, wird die Umstellung für dich und deinen Hund deutlich entspannter.
Über den folgenden Link gelangst du direkt zur offiziellen Manufaktur von PETinjo®. Dort findest du alle Gourmet-Menüs mit vollständiger Zusammensetzung und Analysewerten:
Hier geht es direkt zum offen deklarierten Futter von PETinjo®Tipp: Der Link öffnet sich in einem neuen Fenster. Leg dein Kundenkonto am besten gleich über diesen Link an, bevor du zu bestellen beginnst. So unterstützt du mit einem Klick auch diesen Ratgeber. Speicher dir den 7-Tage-Plan auf dem Handy ab und notier dir jeden Tag kurz, wie der Kot aussieht. Nach einer Woche weißt du genau, wie dein Hund den Wechsel verkraftet hat.
Häufige Fragen zu diesem Thema (FAQ)
Wie lange dauert eine Futterumstellung beim Hund?
In der Regel etwa sieben Tage. Der Anteil des neuen Futters steigt dabei schrittweise von 25 auf 100 Prozent. Bei empfindlichen Hunden kannst du den Plan auf 10 bis 14 Tage strecken.
Ist Durchfall bei der Futterumstellung normal?
Leicht weicher Kot in den ersten Tagen ist häufig. Bleib dann etwas länger auf der aktuellen Stufe. Wässriger Durchfall, Blut im Kot oder ein matter Hund gehören dagegen zum Tierarzt.
Darf ich Trocken- und Nassfutter beim Umstellen mischen?
Ja, das ist kein Problem. Mische aber nach Anteil der jeweiligen Tagesmenge, nicht nach Gramm. Nassfutter enthält viel mehr Wasser und liefert pro Gramm deutlich weniger Energie.
Wann kann ich beurteilen, ob mein Hund das neue Futter verträgt?
Frühestens etwa zwei Wochen nach der vollständigen Umstellung. So lange braucht die Darmflora oft, bis sie sich eingependelt hat. Wer schneller wieder wechselt, beginnt jedes Mal von vorn.
