Gratis Der Napf-Report
3 Futter-Fallen, die kaum jemand erkennt

Hundefutter-Etikett richtig lesen: Grundlagen und die Tricks der Hersteller

Mit * markierte Links sind Affiliate-Links. Bestellst du darüber, bekomme ich eine Provision – am Preis ändert sich für dich nichts. Mehr dazu

Du stehst vorm Regal. Zwei Dosen, zwei Etiketten, unzählige Fachbegriffe. Wo fängst du an?

Hier lernst du, ein Hundefutter-Etikett in unter einer Minute zu lesen. Erst kommen die Grundlagen in vier Schritten, dann die Tricks, die auch geübte Leser übersehen. Wer tiefer einsteigen will: Was hinter „tierischen Nebenerzeugnissen“ steckt und wie der Feuchtigkeits-Trick funktioniert, erkläre ich in eigenen Artikeln. Was gesunde Fütterung grundsätzlich ausmacht, steht in Das Fundament gesunder Hundeernährung.

Hundefutter-Etikett lesen: Die Grundlagen in 4 Schritten

Fang nicht bei den Zahlen an. Lies das Etikett in dieser Reihenfolge. Dann ordnest du alles Weitere sofort richtig ein.

Schritt 1: Der Name auf der Vorderseite

Schon der Produktname verrät dir eine Mindestmenge. Der Branchenkodex der europäischen Heimtierfutterhersteller (FEDIAF) legt dafür feste Stufen fest:

  • „Rind“ oder „Rind-Menü“ im Namen: mindestens 26 % vom Rind
  • „reich an Rind“ oder „extra Rind“: mindestens 14 %
  • „mit Rind“: mindestens 4 %
  • „aromatisiert mit Rind“: weniger als 4 %
  • „mit Rindgeschmack“: kein Mindestanteil – der Geschmack darf allein aus einem Aromastoff kommen

Zwei Haken gibt es. Das ist eine freiwillige Regel der Branche, kein Gesetz. Und „vom Rind“ heißt nicht automatisch Muskelfleisch. Auch Nebenerzeugnisse vom Rind zählen mit.

Schritt 2: Alleinfutter oder Ergänzungsfutter?

Auf jeder Packung muss stehen, um welche Futtermittelart es sich handelt. Das schreibt die Verordnung 767/2009 vor (Artikel 15).

  • Alleinfuttermittel: reicht laut Gesetz für die tägliche Ration.
  • Ergänzungsfuttermittel: reicht nur zusammen mit anderem Futter.

Leckerlis, Kauartikel und viele Topper gehören zur zweiten Gruppe. Fütterst du ein Ergänzungsfutter als einziges Futter, riskierst du auf Dauer einen Nährstoffmangel.

Direkt daneben steht, für welche Tiere das Futter gedacht ist, etwa „für erwachsene Hunde“. Auch das ist Pflicht (Artikel 17). Ein Futter für erwachsene Hunde ist nicht automatisch für Welpen gemacht. Warum das im Wachstum zählt, erkläre ich in Welpenfutter-Falle: Warum zu schnelles Wachstum den Knochen schadet.

Schritt 3: Offen oder geschlossen deklariert?

Jetzt drehst du die Packung um und suchst die Überschrift „Zusammensetzung“. Dort gibt es zwei Varianten:

  • Offene Deklaration: Jede Zutat steht einzeln mit Namen da, oft mit Prozentangabe. Zum Beispiel „Rindermuskelfleisch, Rinderherz, Rinderleber“.
  • Geschlossene Deklaration: Statt einzelner Zutaten stehen Sammelbegriffe wie „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ oder „Getreide“. Für Heimtierfutter ist das ausdrücklich erlaubt (Verordnung 767/2009, Artikel 17 Absatz 2).

Bei einer geschlossenen Deklaration erfährst du nicht, welche Tierart, welcher Teil und wie viel davon drin ist. Wie weit diese Sammelbegriffe reichen, habe ich in Tierische Nebenerzeugnisse: Was steckt wirklich in der Futterdose? aufgeschlüsselt.

Ein kleiner Hebel, den kaum jemand nutzt: Auf jedem Heimtierfutter muss eine Telefonnummer oder ein anderer Kontaktweg stehen. Darüber kannst du nachfragen, was hinter den Sammelbegriffen und Zusatzstoffen steckt (Artikel 19). Wie ausführlich die Antwort ausfällt, entscheidet allerdings der Hersteller.

Schritt 4: Reihenfolge und Prozentangaben

Die Zutaten stehen nach Gewicht sortiert, die schwerste zuerst. Nach dem Branchenkodex zählt dabei das Gewicht beim Mischen, also mit Wasser. Frisches Fleisch rutscht dadurch nach vorne, obwohl ein großer Teil davon später verdampft. Wie stark das die Liste verzerrt, rechne ich in Der Mythos vom hohen Fleischanteil vor.

Eine Regel hilft dir dabei: Hebt der Hersteller eine Zutat mit Worten oder Bildern hervor, muss er ihren Anteil in Prozent angeben (Verordnung 767/2009, Artikel 17 Absatz 2). Ist vorne ein großes Stück Rind abgebildet, suchst du hinten also die Prozentzahl. Der FEDIAF-Kodex nennt selbst ein Beispiel: vorne „mit Rind“, hinten „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (inkl. 4 % Rind)“.

Damit steht das Gerüst. Jetzt kommen die Stellen, an denen auch geübte Etikett-Leser hereinfallen.

Zusammensetzung vs. Analytische Bestandteile: Die zwei Etikett-Hälften, die du verwechselst

Frisches Fleisch und Gemüse neben einer Futterdose im Vergleich von Zusammensetzung und analytischen Bestandteilen

Was in „Zusammensetzung“ steht – und was nicht

Jedes Etikett hat zwei getrennte Listen. Die meisten Halter lesen nur eine davon.

Die Liste „Zusammensetzung“ zeigt dir, welche Zutaten drin sind – nach Gewicht sortiert. Über Nährwerte sagt sie nichts.

Die Liste „Analytische Bestandteile“ (manchmal auch „Inhaltsstoffe“ genannt) zeigt dagegen die Nährwerte. Für Hunde- und Katzenfutter sind laut Verordnung 767/2009 (Anhang VII) vier Angaben Pflicht:

  • Rohprotein (die Gesamtheit aller Eiweiße)
  • Rohfett (der Fettgehalt und Energielieferant)
  • Rohfaser (unverdauliche Ballaststoffe, die wichtig für die Verdauung sind)
  • Rohasche (die Mineralstoffe, die übrig bleiben, wenn man das Futter verbrennen würde) Liegt die Feuchtigkeit über 14 %, kommt sie als fünfte Pflichtangabe dazu.

Rohprotein, Rohfett & Co.: Was diese Zahlen wirklich verraten – und was nicht

Hier kommt der Haken: Die Zahl bei „Rohprotein“ nennt dir nur die Gesamtmenge. Woher das Protein stammt, steht dort nicht.

18 % Rohprotein aus hochwertigem Muskelfleisch. 18 % Rohprotein aus Bindegewebe und Schlachtresten. Beide Male steht exakt dieselbe Zahl auf der Packung.

Erst beide Listen zusammen ergeben das vollständige Bild: „Zusammensetzung“ zeigt dir die Quelle, „Analytische Bestandteile“ die Menge. Getrennt betrachtet ist jede Liste für sich nur die halbe Wahrheit.

Ein kleiner Fachbegriffs-Tipp: „Rohasche“ klingt, als würde Asche zugesetzt. Tatsächlich ist es nur der Rückstand aus der Analysemethode – er steht vor allem für den Mineralstoffgehalt.

Der Splitting-Trick: Wie sich ein Grundstoff auf der Liste unsichtbar macht

Zutaten werden einzeln nach Gewicht sortiert – das kennst du schon aus dem Mixing-Bowl-Prinzip. Genau das macht diesen Trick erst möglich.

Ein und derselbe Grundstoff kann unter mehreren verschiedenen Namen auftauchen. Der EU-Futtermittelkatalog führt allein unter Mais 18 eigenständige Einzelfuttermittel: Maisflocken, Maisfuttermehl, Maiskleie, Maisprotein (Maiskleber), Maiskeime, Maiskeimextraktionsschrot, Maisgrieß und weitere – alle korrekt benannt, alle getrennt deklarierbar.

Warum Mais dreimal auf der Liste stehen kann

Stell dir ein Rezept mit insgesamt 30 % Mais vor. Wird der Mais als eine einzige Zutat deklariert, steht „Mais“ mit 30 % ganz oben – noch vor dem Fleischanteil.

Splittet der Hersteller den Mais stattdessen in drei Formen auf – sagen wir 12 % Maisgrieß, 10 % Maiskleber, 8 % Maiskleie –, rutscht jede einzelne Position weiter nach hinten. Keine der drei Zeilen überschreitet mehr den Fleischanteil.

Das Ergebnis: Insgesamt steckt genauso viel Mais im Futter wie vorher. Auf der Liste sieht es aber aus, als würde Fleisch dominieren. Jede einzelne Angabe ist korrekt – nur die Reihenfolge täuscht.

Lockstoffe & Aromen: Warum dein Hund nicht widerstehen kann

Manche Hunde stürzen sich auf ihr Futter, als gäbe es kein Morgen. Das ist selten Zufall: Die Industrie testet Schmackhaftigkeit systematisch, meist im Zwei-Napf-Test, bei dem der Hund zwischen zwei Rezepturen wählen darf (Aldrich & Koppel, 2015).

Aromastoffe gehören zur Kategorie der sensorischen Zusatzstoffe. Ihre gesetzliche Definition laut Verordnung 1831/2003 (Anhang I, Gruppe 2b): Stoffe, deren Zusatz Geruch oder Schmackhaftigkeit eines Futtermittels verbessert.

Der Freifahrtschein „Mischung aus Aromastoffen“

Zusatzstoffe mit gesetzlichem Höchstgehalt müssen auf dem Futteretikett mit Namen stehen. Bei Aromastoffen gilt eine doppelte Ausnahme: Auf dem Futteretikett reicht seit 2019 die bloße Funktionsgruppe „Aromastoffe“ (Verordnung 767/2009, Anhang VII, geändert durch Verordnung (EU) 2017/2279). Und schon eine Stufe davor, beim Aromahersteller, darf die Liste der Einzelsubstanzen durch den Ausdruck „Mischung aus Aromastoffen“ ersetzt werden (Verordnung 1831/2003, Artikel 16 Absatz 2). Dieselbe Funktionsgruppen-Ausnahme gilt übrigens für Konservierungs-, Antioxidations- und Farbstoffe – wie das in der Praxis aussieht, liest du in Künstliche Konservierungsstoffe: Warum dein Hundefutter jahrelang haltbar ist.

Das heißt konkret: Der Hersteller muss dir nicht sagen, welche Lockstoffe deinen Hund zum Fressen animieren. Ein einziger Sammelbegriff reicht – rechtlich vollkommen einwandfrei.

Für dich als Halter bedeutet das: Du weißt nie, ob dein Hund das Futter wegen seines Fleischgehalts liebt – oder wegen eines gezielt entwickelten Lockstoffs, der genau dafür aufgesprüht wurde.

Toleranzen: Warum die Zahl auf der Packung nie exakt stimmt

Noch ein Punkt, den kaum ein Halter kennt: Die angegebenen Werte bei „Analytische Bestandteile“ dürfen legal abweichen.

Ein Beispiel nach Anhang IV der Verordnung 767/2009 (Fassung 2017, Zeilen für Heimtierfutter): Steht auf der Packung ein Rohprotein-Gehalt von 25 %, ist rechtlich alles zwischen 22 % und 28 % zulässig. Bei Rohfett mit deklarierten 16 % reicht die Spanne von 14 % bis 20 %.

Diese Toleranzen existieren aus gutem Grund – Produktion ist keine exakte Wissenschaft. Aber sie zeigen dir: Selbst die „harten Zahlen“ auf dem Etikett sind ein Korridor, keine Garantie auf den Punkt.

Deine 60-Sekunden-Checkliste fürs Regal

Bevor du die nächste Dose in den Wagen legst, prüfe kurz:

  • Steht „Alleinfuttermittel“ auf der Packung – und passt die Angabe zu Alter und Lebensphase deines Hundes?
  • Passt der Name vorne („mit Rind“, „Rind-Menü“) zur Prozentangabe hinten?
  • Steht die Zutat offen mit Namen da – oder versteckt sie sich hinter einem Kategorie-Begriff?
  • Erscheint derselbe Grundstoff mehrfach unter verschiedenen Namen?
  • Steht bei den Zusatzstoffen ein konkreter Name – oder nur ein Sammelbegriff wie „Mischung aus Aromastoffen“?
  • Passt die Reihenfolge der Zutaten logisch zum beworbenen Geschmack auf der Vorderseite?

Jede „Nein“-Antwort bedeutet: Du siehst nicht das ganze Bild. Und je mehr dieser Fragen offenbleiben, desto mehr rätst du nur noch, was tatsächlich im Napf landet.

Welche Probleme all das mit sich bringen kann, erkläre ich im Detail in meinem großen Ratgeber: Krank gefüttert? Wie minderwertiges Futter chronische Hundekrankheiten auslöst und verschlimmert

Fazit: Meiner Erfahrung nach ist das Etikett das ehrlichste Verhör, das du deinem Hundefutter stellen kannst – vorausgesetzt, du weißt, wonach du wirklich suchen musst. Gesplitteter Mais, vage „Aromamischungen“ und großzügige Toleranzspannen sind keine Verschwörungstheorie, sondern Alltag im Regal. Genau deshalb setze ich selbst nur noch auf Futter, das auf all diese Tricks von vornherein verzichtet.

Der einfache Ausweg aus dem Etiketten-Dschungel

Wenn du keine Lust mehr auf Versteckspiele, künstliche Aromacocktails und gesplitteten Mais auf der Zutatenliste hast, gibt es einen einfachen Ausweg: Lass die Mogelpackungen im Regal stehen und setze auf echte, kompromisslose Ehrlichkeit.

Ein Hersteller, der hochwertige Zutaten verwendet, muss nicht tricksen. Er splittet keine Rohstoffe auf, um Fleisch weiter nach vorne zu schummeln, und er versteckt sich nicht hinter schwammigen Gruppenbezeichnungen.

Genau deshalb arbeite ich aus tiefster Überzeugung mit PETinjo® zusammen.

Bei PETinjo® gibt es keine „Mischung aus Aromastoffen“ und keine chemischen Lockstoffe. Du liest auf dem Etikett eine zu 100 % offene Deklaration. Jede einzelne Zutat wird mit ihrem echten Namen und dem exakten Prozentanteil aufgeführt. Wenn dort Rind steht, ist auch Rind drin – und zwar in echter Lebensmittelqualität, zubereitet in einer deutschen Manufaktur.

Sichere dir die ehrliche Wahrheit für den Napf: Über den folgenden Link gelangst du direkt zu PETinjo®. Dort findest du Futter, bei dem die Checkliste auf der Packung ausnahmslos aus einem klaren „Ja“ zu Ehrlichkeit und Qualität besteht.

Hier geht es direkt zu den transparenten Gourmet-Menüs von PETinjo®

Tipp: Speicher dir diesen Artikel ab oder öffne ihn auf dem Smartphone, wenn du das nächste Mal vor dem Futterregal stehst. Mach den Test und schau nach, wie viele der 4 Tricks du auf den herkömmlichen Dosen entdeckst! Leg dein Kundenkonto am besten gleich über diesen Link an, bevor du zu bestellen beginnst – so unterstützt du mit einem Klick auch diesen Ratgeber.

Häufige Fragen zu diesem Thema (FAQ)


Was ist der Unterschied zwischen „Zusammensetzung“ und „Analytische Bestandteile“?

„Zusammensetzung“ listet die Zutaten nach Gewicht, sagt aber nichts über Nährwerte. „Analytische Bestandteile“ zeigt Rohprotein, Rohfett, Rohfaser und Rohasche – woher das Protein stammt, bleibt trotzdem offen.

Was ist der „Splitting-Trick“ bei Zutatenlisten?

Ein Grundstoff wie Mais wird unter mehreren Namen aufgeführt, etwa als Maisgrieß, Maiskleber und Maiskleie. So rutscht jede Einzelposition nach hinten, obwohl insgesamt genauso viel Mais im Futter steckt.

Warum steht bei Aromastoffen oft kein konkreter Name auf der Packung?

Für Aromastoffe gilt eine Ausnahme: Auf dem Futteretikett reicht die Funktionsgruppe, und schon der Aromahersteller darf die Einzelsubstanzen als „Mischung aus Aromastoffen“ zusammenfassen. Welche Lockstoffe genau enthalten sind, erfährst du dadurch nicht.

Was bedeutet „mit Rind“ auf dem Hundefutter?

Laut Branchenkodex stecken mindestens 4 % Material vom Rind drin, das können auch Nebenerzeugnisse sein. „Rind-Menü“ heißt mindestens 26 %, „mit Rindgeschmack“ hat keinen Mindestanteil.

Was ist der Unterschied zwischen Alleinfutter und Ergänzungsfutter?

Ein Alleinfuttermittel reicht laut EU-Verordnung für die tägliche Ration. Ein Ergänzungsfuttermittel reicht nur zusammen mit anderem Futter. Dazu zählen etwa Leckerlis, Kauartikel und viele Topper.

Schreibe einen Kommentar