Dein Hund frisst begeistert, der Napf ist im Nu leer, und trotzdem fragst du dich: Warum bettelt er ständig nach mehr? Ein möglicher Grund steht direkt auf der Verpackung – nur eben nicht im Klartext. Zucker gehört zu den am geschicktesten getarnten Zutaten im Hundefutter.
Er taucht selten als „Zucker“ auf. Stattdessen verstecken sich süße Zusätze hinter technisch klingenden Namen, die kaum ein Halter auf Anhieb entschlüsselt. In diesem Artikel zeige ich dir, welche Begriffe wirklich Zucker bedeuten, warum Hersteller ihn überhaupt einsetzen – und wieso die Gesetzeslage dabei mehr Deckung als Aufklärung bietet.
Wenn du wissen willst, wie eine wirklich artgerechte Fütterung insgesamt aussieht, findest du die komplette Übersicht in meinem großen Leitfaden Das Fundament gesunder Hundeernährung.
Die Decknamen des Zuckers – eine Übersetzungshilfe für die Zutatenliste
Zucker ist in der Tierfutterindustrie ein Vielgestaltiger. Je nachdem, aus welchem Produktionsprozess er stammt und welche Funktion er offiziell erfüllen soll, taucht er unter ganz unterschiedlichen Namen auf. Wer nur nach dem Wort „Zucker“ sucht, wird auf den meisten Verpackungen enttäuscht – und genau das ist der Punkt.
Rübenschnitzel, Trockenrübenschnitzel & Rübenmelasse
Diese drei Begriffe stammen alle aus der Zuckerrübenverarbeitung – aber sie sind nicht dasselbe. Rübenmelasse ist der sirupartige Rest der Zuckergewinnung und besteht laut Feedipedia, der Futtermitteldatenbank von INRAE und CIRAD, zu rund 63 % der Trockenmasse aus Zucker. Rübenmelasseschnitzel sind getrocknete Schnitzel, die mit genau dieser Melasse versetzt wurden – der EU-Futtermittelkatalog verlangt dafür immer die Angabe des Zuckergehalts (Nr. 4.1.11).
Reine Trockenrübenschnitzel ohne Melasse sind dagegen laut Katalog „entzuckert“ (Nr. 4.1.10): im Schnitt noch etwa 8 % Restzucker, aber rund 19 % Rohfaser (Feedipedia). Das ist kein Zuckerlieferant, sondern ein Faserstoff. Der Haken ist ein anderer: Rübenschnitzel sind ein billiger Volumenfüller. In einer Fütterungsstudie stieg das Kotgewicht mit steigendem Schnitzelanteil auf über 370 Gramm pro Tag, bei 12,5 % mussten die Hunde im Schnitt fünfmal täglich (Fahey et al., 1990). Was das über die Verwertbarkeit eines Futters verrät, liest du in Häufiger Kotabsatz.
Auf dem Etikett steht das Wort „Melasse“ oft nicht separat. Steht dort nur „Rübenschnitzel“, weißt du nicht, ob die entzuckerte oder die melassierte Variante drin ist – nachfragen hilft.
Karamell und Karamellsirup
Hier musst du zwei Dinge auseinanderhalten. Karamellsirup als Zutat ist schlicht erhitzter Zucker – und liefert entsprechend Kalorien. Zuckerkulör als Farbstoff (in Lebensmitteln E150a bis E150d) wird dagegen nur in winzigen Mengen eingesetzt; als Zuckerquelle spielt er keine Rolle.
Sein Zweck ist ein anderer: Er färbt blasse Kroketten und Soßen fleischig braun. Und weil Farbstoffe im Heimtierfutter laut Verordnung 767/2009 (Anhang VII) nur mit der Funktionsgruppe „Farbstoffe“ deklariert werden müssen, siehst du nicht einmal, welcher es ist.
Maltodextrin, Dextrose, Glucose, Fruktose
Diese vier Begriffe sind reine Einfach- beziehungsweise Mehrfachzucker in unterschiedlicher chemischer Form. Maltodextrin wird aus Stärke gewonnen; beim Menschen liegt sein glykämischer Index sogar über dem von Haushaltszucker, für Hunde gibt es solche Tabellen nicht – dass es schnell verfügbare Glukose liefert, gilt aber für beide. Dextrose und Glucose sind im Grunde Traubenzucker in Reinform, Fruktose ist Fruchtzucker. Auf dem Etikett stehen sie unter genau diesen Namen – das Wort „Zucker“ muss dabei nicht fallen.
Melasseschnitzel und andere Restsüße aus der Zuckerproduktion
Melasseschnitzel sind Rübenschnitzel, denen Melasse wieder zugesetzt wurde. Deshalb enthalten sie deutlich mehr Zucker als entzuckerte Schnitzel. In der geschlossenen Deklaration verschwinden sie hinter „pflanzliche Nebenerzeugnisse“ – ein Begriff, der kaum Alarm auslöst.
Der „technologische Zweck“-Trick – warum Zucker angeblich nötig ist
Warum landen überhaupt Zucker oder zuckerhaltige Stoffe im Hundefutter? Meist werden zwei technische Gründe genannt. Beide stimmen – erklären aber nicht alles.
Die Farb-Ausrede: Karamellisierung fürs Auge des Halters
Karamell wird gerne mit dem Argument gerechtfertigt, das Futter brauche eine „appetitliche, gleichmäßige Bräunung“. Das ist technisch korrekt – nur stellt sich die Frage: Für wen? Hunde unterscheiden Futter nicht über die Farbe, sondern über Geruch und Geschmack.
Die bräunliche Färbung ist vor allem für das menschliche Auge gedacht, das ein appetitlich aussehendes Fertigfutter mit hochwertigem Fleischanteil assoziiert. Dein Hund ist von dieser Optik völlig unbeeindruckt. Die Farbe ist reine Kosmetik für dich – und kann ein Hinweis darauf sein, dass das Futter ohne Nachhilfe nicht nach Fleisch aussehen würde.
Die Bindemittel-Ausrede: Klebrig statt gesund
Ähnlich verhält es sich mit der Begründung, zuckerhaltige Stoffe wie Melasse oder Maltodextrin würden als Bindemittel benötigt, um Kroketten oder Snacks in Form zu halten. Auch das stimmt technisch – klebrige Zuckerstoffe haben tatsächlich bindende Eigenschaften. Nur gibt es dafür zahlreiche Alternativen ohne Süßungseffekt, etwa bestimmte pflanzliche Fasern oder Stärkearten ohne hohen Zuckeranteil. Wird ausgerechnet die süßeste Variante gewählt, drängt sich die Frage auf, ob es wirklich nur um die Bindung geht.
Was wirklich passiert: Anfütterung auf Süße und künstlich angeregter Appetit
Der eigentliche Grund, warum Zucker in vielen Rezepturen auftaucht, hat wenig mit Farbe oder Bindung zu tun: Süße macht Futter attraktiver. Hunde schmecken Süß – anders als Katzen – und mögen es: In Zwei-Napf-Tests bevorzugten schon Beagle-Welpen Futter mit Saccharose, Fruktose oder Laktose deutlich gegenüber der ungesüßten Variante (Ferrell, 1984).
Wird ein Futter regelmäßig mit Zucker „aufgepeppt“, frisst der Hund es oft gieriger und toleriert im Zweifel auch eine geringere Fleisch- oder Nährstoffqualität, weil der süße Reiz den Gesamteindruck aufwertet. Das Risiko: ein Hund, der mehr frisst, als er eigentlich bräuchte – mit den bekannten Folgen fürs Gewicht. Wie Übergewicht die Gelenke belastet, liest du in Übergewicht beim Hund.
Wie Übergewicht und chronische Erkrankungen mit der Fütterung zusammenhängen – und wo die Belege enden –, erkläre ich in meinem Ratgeber „Krank gefüttert? Wie minderwertiges Futter chronische Hundekrankheiten auslöst und verschlimmert“
Warum die VO (EG) 767/2009 den Zuckertrick sogar begünstigt

Ein zentraler Grund, warum diese Praxis überhaupt in diesem Ausmaß möglich ist, liegt in der europäischen Futtermittel-Kennzeichnungsverordnung selbst.
Einzelfuttermittel: Legal, aber intransparent
Stoffe wie Rübenschnitzel, Melasseschnitzel oder Trockenrübenschnitzel gelten futterrechtlich als sogenannte Einzelfuttermittel. Das bedeutet: Sie dürfen unter ihrem botanisch-technischen Namen in der Zutatenliste auftauchen, ganz ohne Hinweis auf ihren tatsächlichen Zuckeranteil.
Eine Pflicht, den Zuckergehalt des fertigen Futters anzugeben, gibt es – anders als bei Lebensmitteln für Menschen mit ihrer Nährwerttabelle – für Heimtierfutter nicht: Laut Verordnung 767/2009 (Anhang VII) sind nur Rohprotein, Rohfett, Rohfaser und Rohasche Pflicht.
Kurios: Wer nach Kategorien deklariert, muss Zucker als „Zucker“ ausweisen – wer offen deklariert, darf „Dextrose“ oder „Maltodextrin“ schreiben. Und Rübenschnitzel oder Melasse verschwinden in der geschlossenen Deklaration komplett hinter „pflanzliche Nebenerzeugnisse“.
Sensorischer Zusatzstoff: Deklariert, aber unauffällig versteckt
Zuckerkulör wiederum kann als sensorischer Zusatzstoff, Funktionsgruppe Farbstoffe, deklariert werden. Das ist rechtlich vollkommen zulässig, verschiebt die Wahrnehmung des Verbrauchers aber in eine völlig falsche Richtung: Wer „Farbstoff“ liest, denkt nicht an Zucker – dabei ist genau das die chemische Basis von Karamell.
Die Lücke, die Laien nicht schließen können
In der Summe entsteht eine Situation, in der Zucker über technische Zutatennamen, Sammelkategorien, Melasse-Zusätze und Farbstoff-Deklaration ins Futter gelangen kann, ohne dass das Wort „Zucker“ auf der Verpackung erscheinen muss. Für einen durchschnittlichen Hundehalter ist es praktisch unmöglich, allein durch das Lesen der Zutatenliste den tatsächlichen Zuckergehalt eines Produkts einzuschätzen – genau das macht diese Kennzeichnungspraxis so wirkungsvoll für die Hersteller und so intransparent für dich.
Deine Checkliste gegen versteckten Zucker
Wenn du die Zutatenliste deines aktuellen Hundefutters prüfst, achte gezielt auf folgende Begriffe – jeder einzelne kann auf zugesetzten Zucker hindeuten:
- Rübenmelasse, Melasseschnitzel – bei bloßem „Rübenschnitzel“ nachfragen, ob melassiert
- „Melasse“ in jeglicher Form, Zuckersirup
- Karamellsirup (Zucker) – Zuckerkulör/„Farbstoffe“ (optische Täuschung)
- Maltodextrin
- Dextrose, Traubenzucker
- Glucose, Glucosesirup
- Fruktose, Fruchtzucker
Wie du das restliche Etikett in 60 Sekunden durchschaust, zeige ich dir in Die Tricks der Hersteller.
Je weiter vorne einer dieser Begriffe in der Zutatenliste steht, desto höher ist in der Regel der enthaltene Anteil – die Liste ist schließlich nach abnehmendem Gewicht sortiert.
Fazit: Ich gebe zu, selbst mich hat im Laufe meiner Recherchen überrascht, wie viele Namen sich die Industrie für ganz gewöhnlichen Zucker ausgedacht hat – „Melasseschnitzel“ klingt für viele Hundehalter eben erst einmal nach Gemüse, nicht nach der Zuckerfabrik.
Genau deshalb lohnt sich ein kritischer Blick auf jede Verpackung – und ein Futter, das seine Akzeptanz aus Fleisch zieht und keine süße Nachhilfe braucht.
Ohne Zuckerzusatz: Qualität braucht keine Tarnung
Wenn du die Gesundheit deines Hundes nicht länger den süßen Tricks der Großindustrie überlassen willst, gibt es einen einfachen Ausweg: Setze auf ein Futter, das auf künstliche Appetitanreger verzichtet und seine Akzeptanz allein aus echtem, hochwertigem Fleisch zieht.
Genau an diesem Punkt setzt mein Partner PETinjo® an: ohne zugesetzten Zucker, ohne Karamell, ohne Melasse und ohne Maltodextrin.
Bei PETinjo® findest du keine Melasseschnitzel als billige Zuckerlieferanten, kein Karamell für die optische Täuschung des Halters und kein Maltodextrin als klebrigen Bindemittel-Ersatz. Stattdessen erwartet dich eine ehrliche Rezeptur, die zu 100 % offen deklariert ist.
Der Napf wird nicht durch leere, süße Kalorien gefüllt, sondern durch schiere Nährstoffqualität in echtem Lebensmittelstandard. Wenn ein Futter so gut riecht und schmeckt, weil der Fleischanteil bei fast 80 % (z.B. Gourmet-Menü Rind) liegt, braucht es keine künstliche Nachhilfe aus der Zuckerfabrik.
Sichere deinem Hund einen Napf ohne Zuckerzusatz: Über den folgenden Link gelangst du direkt zur offiziellen Manufaktur von PETinjo®:
Hier geht es direkt zum Premium-Futter ohne Zuckerzusatz von PETinjo®Tipp: Nimm dir beim nächsten Füttern kurz die Zeit und jage das aktuelle Etikett durch meine Checkliste. Dein Hund verlässt sich darauf, dass du seine Nahrung ohne Decknamen verstehst! Leg dein Kundenkonto am besten gleich über diesen Link an, bevor du zu bestellen beginnst – so unterstützt du mit einem Klick auch diesen Ratgeber.
Häufige Fragen zu diesem Thema (FAQ)
Unter welchen Namen versteckt sich Zucker im Hundefutter?
Häufige Decknamen sind Rübenmelasse, Melasseschnitzel, Karamellsirup, Maltodextrin, Dextrose, Glucose und Fruktose. Reine Trockenrübenschnitzel sind dagegen entzuckert und vor allem ein Faserstoff. Das Wort „Zucker“ selbst taucht auf den wenigsten Etiketten auf.
Warum setzen Hersteller überhaupt Zucker im Futter ein?
Genannt werden meist Farbe und Bindung. Ein weiterer Grund: Süße macht das Futter attraktiver. Das kann dazu führen, dass dein Hund gieriger und mehr frisst, als er braucht.
Muss der Zuckergehalt auf dem Etikett angegeben werden?
Nein. Zucker gehört bei Heimtierfutter nicht zu den Pflicht-Analysewerten, und Zutaten wie Melasse oder Dextrose dürfen unter ihrem technischen Namen erscheinen – ohne Angabe des Zuckeranteils im fertigen Futter.
